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Sehenswürdigkeiten

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POI Berlin Mitte

Berlin Mitte

Der Ortsteil Mitte umfasst das Gebiet des alten Berlins. Die Festungsmauern wurden jedoch schon vor Jahrhunderten abgetragen. Die Grenzen Alt-Berlins sind vor allem in Bezeichnungen von Straßen und Plätzen sichtbar. So ist das Brandenburger Tor das Zolltor nach Westen in Richtung der Stadt Brandenburg, und es ist auch heute der westlichste Punkt des Ortsteils Mitte, hinter dem der Tiergarten liegt. Einige Bezeichnungen, die auf Stadttore hinweisen, liegen heute in angrenzenden Ortsteilen, wie etwa Kottbusser Tor oder Frankfurter Tor (im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg).Das alte Berlin entstand an einer Gabelung der Spree, sodass sich eine seichte Furt mit vielen Sandbänken herausbildete. Auf einer erhöhten Sandbank in der Mitte der Spree siedelten die ersten Fischer (genannt Fischerinsel auf der Spreeinsel von Berlin) und es bildete sich ein Marktflecken heraus - am Molkenmarkt stand auch der Roland von Berlin (heute gegenüber auf der anderen Spreeseite am Märkischen Museum).
Mitte ist ein Ortsteil im Bezirk Mitte von Berlin. Der Ortsteil umfasst die Stadtteile
des historischen Berlin/Cölln. In den Ortsteilen Mitte und Tiergarten befinden sich fast alle in Berlin gelegenen Institutionen von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung, sowie die meisten Botschaften.
Bis zur Verwaltungreform 2001 war der Ortsteil ein eigener Stadtbezirk. Der ehemalige Stadtbezirk Mitte wurde mit den ehemaligen Stadtbezirken Tiergarten
und Wedding zum neuen Bezirk Mitte von Berlin fusioniert.
Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte ist Joachim Zeller (CDU), der sich in der Bezirksverordnetenversammlung auch auf die Stimmen der Verordneten der PDS
und der Grünen stützen kann, die im Rahmen einer Zählgemeinschaft mit der CDU gegen die SPD Zeller zum Bezirksbürgermeister wählten.
Gesprochen wird Mitte immer ohne Artikel, also „Ich wohne in Mitte“, „Wir fahren nach Mitte“. Im Volksmund ist dann immer der Ortsteil Mitte gemeint, nicht der neue Fusionsbezirk Mitte von Berlin. Die beiden Spreearme sind heute stark umbaut, auf der Insel steht heute im Norden die Museumsinsel, in der Mitte der der Palast der Republik, der bald abgerissen wird, im Süden liegen Gebäude des Wohngebietes Fischerinsel.
Am Ostufer der Spree breitet sich heute ein großer Platz mit dem Fernsehturm hin zum Alexanderplatz. Nur einen Steinwurf von der Fischerinsel und dem Molkenmarkt steht das Rote Rathaus und das Nikolaiviertel mit der ältesten Kirche Berlins.
The area middle surrounds the area of the old Berlin. The fortress walls were, however, already taken down centuries ago. The limits of old Berlin are primarily visible in names of streets and places. So the Brandenburg Gate is the custom gate westwards in the direction of the city of Brandenburg and it is the westernmost point of the area middle behind which the zoo lies today, too. Some names which points to town gates lie in adjacent areas, such as Kottbusser gate or Frankfurt gate (in the district Friedrichshain-Kreuzberg) old . Berlin came at a fork of the Spree into being so that a shallow ford took shape with many sandbanks. On an increased sandbank in the middle of the Spree the first settled (called) and a small market town took shape -- Fischer Fischerinsel on the Spreeinsel of Berlin Roland also was at the Molkenmarkt of Berlin (today opposite on the other Spreeseite at the museum of the Mark Brandenburg).
Die beiden Spreearme sind heute stark umbaut, auf der Insel steht heute im
Norden die Museumsinsel, in der Mitte der der Palast der Republik, der bald abgerissen wird, im Süden liegen Gebäude des Wohngebietes Fischerinsel.
Am Ostufer der Spree breitet sich heute ein großer Platz mit dem Fernsehturm hin zum Alexanderplatz. Nur einen Steinwurf von der Fischerinsel und dem Molkenmarkt steht das Rote Rathaus und das Nikolaiviertel mit der ältesten Kirche Berlins.
The area middle surrounds the area of the old Berlin. The fortress walls were, however, already taken down centuries ago. The limits of old Berlin are primarily visible in names of streets and places. So the Brandenburg Gate is the custom gate westwards in the direction of the city of Brandenburg and it is the westernmost point of the area middle behind which the zoo lies today, too. Some names which points to town gates lie in adjacent areas, such as Kottbusser gate or Frankfurt gate (in the district Friedrichshain-Kreuzberg) old . Berlin came at a fork of the Spree into being so that a shallow ford took shape with many sandbanks. On an increased sandbank in the middle of the Spree the first settled (called) and a small market town took shape -- Fischer Fischerinsel on the Spreeinsel of Berlin Roland also was at the Molkenmarkt of Berlin (today opposite on the other Spreeseite at the museum of the Mark Brandenburg).

Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor steht im Zentrum von Berlin und ist das wichtigste Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk ist der Abschluss der Straße Unter den Linden. Hinter ihm beginnt der Tiergarten, den die Straße des 17. Juni durchquert. Viele wichtige Ereignisse in der Geschichte Berlins sind mit dem Brandenburger Tor als Staats- und Stadtsymbol verbunden.
Das Brandenburger Tor ist ein 26 m hoher, 65,5 m breiter und 11 m tiefer frühklassizistischer Sandsteinbau. Es erinnert an die Propyläen der Akropolis in Athen. Es hat fünf Durchfahrten, von denen die mittlere etwas breiter ist, und zwei Torhäuser. Es wird durch 15 m hohe dorische Säulen geprägt, die nach ionischer
Art kanneliert sind und am Fuß einen Durchmesser von 1,75 m haben. Die Attika
und die Innenseiten der Durchfahrten sind mit Reliefs bedeckt, die unter anderem Taten des Herkules, den römischen Kriegsgott Mars, der das Schwert in die Scheide steckt, und die Göttin Minerva darstellen. Nach der Niederlegung der Stadtmauer 1867/68 fügte der Schinkel-Schüler Johann Heinrich Strack 1868 dem Tor zu beiden Seiten die niedrigeren offenen Säulenhallen an.
Das Tor wird gekrönt durch eine etwa 5 m hohe in Kupfer getriebene Skulptur, die Quadriga, die die geflügelte Siegesgöttin darstellt, die einen von vier Pferden gezogenen Wagen in die Stadt hineinlenkt.
Geschichte:
Ursprünglich war das Brandenburger Tor ein Tor in der Zollmauer der Stadt Berlin und wurde 1734 errichtet. Von 1788 bis 1791 ließ der preußische König Friedrich Wilhelm II. das Brandenburger Tor von Carl Gotthard Langhans im frühklassizistischen Stil neu errichten. Im Jahre 1793 wurde dem Brandenburger Tor die von Johann Gottfried Schadow gefertigte Quadriga zunächst mit der geflügelten Friedensgöttin Eirene im Wagen aufgesetzt. 1806 wurde diese von Napoleon nach Paris verschleppt und sollte dort aufgestellt werden, doch bevor das geschah,
wurde er entmachtet, und die Quadriga kehrte 1814 in Kisten verpackt nach Berlin zurück, wo sie zunächst restauriert wurde. Dabei wurde der von einem
preußischen gekrönten Adler besetzte Eichenkranz am Stab der Göttin durch ein neues Machtsymbol, das Eiserne Kreuz, ergänzt, wodurch Schadows Friedensgöttin zur Siegesgöttin Victoria umgedeutet wurde. Für die Berliner war die Quadriga nach
ihrer Rückführung im Volksmund die Retourkutsche.
28 Jahre nach dem Bau der Mauer am 22. Dezember 1989 wurde das
Brandenburger Tor im Rahmen der Wende in der DDR unter dem Jubel von mehr
als 100.000 Menschen wieder geöffnet. Die Sperranlagen wurden danach
vollständig beseitigt.

Die in der Silvesternacht 1989/90 stark beschädigte Quadriga wurde 1991 wieder restauriert und erhielt bei der Gelegenheit auch das Eiserne Kreuz zurück. Auch
das Tor (insbesondere der Sandstein) bedurfte nach langer Vernachlässigung und durch Umweltschäden einer umfassenden Restaurierung. Nach einer 22-monatigen Restaurierung wurde das Brandenburger Tor am 3. Oktober 2002 feierlich wieder enthüllt.

In den 1990er Jahren wurde in Berlin immer wieder diskutiert, ob das Tor für den Autoverkehr geöffnet sein soll oder nicht. Argumente gegen die Öffnung waren dabei vor allem eine massive Schädigung des Sandsteintores durch Autoabgase und gewünschte Verkehrsberuhigung des Pariser Platzes. Heute ist das Tor für den Verkehr gesperrt.

Berliner Mauer

Hotel Berlin Mitte nahe Eastside Gallery - Berliner Mauer- Hotels in Berlin

Die Berliner Mauer (in der DDR-Propaganda auch als Teil des „antifaschistischen Schutzwalls“ bezeichnet) war Teil der innerdeutschen Grenze und trennte vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 West-Berlin vom Ostteil der Stadt und dem sie umgebenden Gebiet der DDR. Sie war das bekannteste Symbol für den Kalten Krieg und die Teilung Deutschlands. Bei Versuchen, die schwer bewachten Grenzanlagen in Richtung West-Berlin zu überwinden, kamen mindestens 86 Menschen durch Gewaltakte seitens der DDR-Grenztruppen zu Tode. Andere
Quellen gehen von mindestens 238 Toten aus, wobei Unfälle mitgezählt sind

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Deutschland auf Beschluss
der Jaltakonferenz in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von den Alliierten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich kontrolliert und verwaltet wurden. Analog wurde Berlin als ehemalige Hauptstadt des Deutschen Reiches in vier Sektoren geteilt. Gleichzeitig begann auf verschiedensten Ebenen der Kalte Krieg zwischen West und Ost. Berlin wurde zu einem zentralen Platz im Kampf der Geheimdienste aus Ost und West. 1948 kam es im Kalten Krieg mit der Berlin-Blockade der Sowjetunion zu einer ersten großen Krise.

Als 1949 in den drei Westzonen zuerst die Bundesrepublik Deutschland und in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) kurz darauf die DDR gegründet wurden, b
egann man auf beiden Seiten die Grenzen intensiver abzusichern und auszubauen. Durch die Gründung zweier Staaten wurde die Teilung politisch untermauert. Zwischen DDR und Bundesrepublik wurden zuerst nur Grenzpolizisten und Grenzsoldaten eingesetzt, später auf DDR-Seite vorwiegend Zäune aufgebaut. Formal hatte Berlin den Status einer bezüglich deutschen Militärs entmilitarisierten Vier-Sektoren-Stadt und war unabhängig von den beiden deutschen Staaten, was jedoch in der Praxis wenig Bedeutung hatte – West-Berlin näherte sich in vielem
dem Status eines Bundeslandes an, zum Beispiel mit nicht
abstimmungsberechtigten Vertretern im Bundestag. Ost-Berlin wurde
vertragswidrig sogar zur Hauptstadt der DDR erklärt.

Mit der Verschärfung des Kalten Krieges, der unter anderem zum Hochtechnologie-Embargo „COCOM“ gegenüber dem Ostblock, einem permanenten diplomatischen Kleinkrieg und militärischen Drohgebärden führte, intensivierte insbesondere die östliche Seite die Sicherung ihrer Grenzen. Die innerdeutsche Grenze war damit nicht mehr nur eine Grenze zwischen den Teilen Deutschlands, sondern Teil der Grenze zwischen dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und der EG, zwischen der NATO und dem Warschauer Vertrag, also zwischen zwei unterschiedlichen politisch-ideologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Machtblöcken, die sich im so genannten Kalten Krieg offiziell feindlich gegenüber standen.Seit der Errichtung der DDR wanderten Bürger in steigenden Zahlen in die Bundesrepublik aus, vor allem über Berlin, wo die Grenze mitten durch die Stadt kaum zu kontrollieren war, im Gegensatz zur damals schon scharf bewachten innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik. Zwischen 1949 und 1961 verließen etwa 2,6 Millionen Menschen die DDR und Ost-Berlin, davon flohen alleine 47.433 noch in den beiden gerüchtreichen Augustwochen 1961. Außerdem war für viele Polen und Tschechen West-Berlin ein Tor in den Westen. Da es sich dabei oft um gut ausgebildete junge Menschen handelte, bedrohte diese Abwanderung die Wirtschaftskraft der DDR und letztlich den Bestand des Staates. Etwa 50.000 Ost-Berliner arbeiteten zudem als so genannte Grenzgänger in West-Berlin, lebten und wohnten aber zu den finanziell günstigen Bedingungen in Ost-Berlin bzw. im Berliner Umland.Am 4. August 1961 wurden die Grenzgänger per Verordnung durch den Ost-Berliner Magistrat angewiesen, sich registrieren zu lassen und Mieten sowie Mietnebenkosten
künftig in DM (West) zu zahlen. Schon vor dem Mauerbau kontrollierte die Volkspolizei im Ostteil Berlins die in den Westteil der Stadt führenden Straßen
und Verkehrsmittel intensiv auf so genannte verdächtige „Republikflüchtlinge“
und „Schmuggler“. Außerdem kauften viele West-Berliner und in West-Berlin arbeitende Ost-Berliner mit auf dem Devisenschwarzmarkt günstig getauschter Ost-Mark die vergleichsweise billigen Grundnahrungsmittel und die wenigen hochwertigen Konsumgüter in Ost-Berlin. Das planwirtschaftliche Wirtschaftssystem auf östlicher Seite wurde dadurch zusätzlich geschwächt. Die Mauer sollte den Machthabern des „Ostblocks“ dazu dienen, die umgangssprachlich so bezeichnete „Abstimmung mit den Füßen“, weg aus dem „Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat“, endgültig durch Abriegelung der Grenzen zu stoppen.

Der Plan zum Bau der Mauer in Berlin war ein Staatsgeheimnis der DDR-Regierung. Die Mauer wurde auf Geheiß der SED-Führung unter Schutz und Überwachung durch Volkspolizisten und Soldaten der Nationalen Volksarmee von Bauarbeitern errichtet – entgegen den Beteuerungen des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht, der auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin
am 15. Juni 1961 auf die Frage einer westdeutschen Journalistin geantwortet hatte:
"Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht,
eine Mauer zu errichten!"
Ulbricht war damit der erste, der den Begriff Mauer in diesem Bezug verwendete – zwei Monate, bevor sie überhaupt stand.
Zwar wurden die Westalliierten durch Gewährsleute über die Planung „drastischer Maßnahmen“ zur Abriegelung von West-Berlin informiert, vom konkreten Zeitpunkt und Ausmaß der Absperrung gaben sie sich öffentlich überrascht. Da ihre Zugangsrechte nach West-Berlin nicht beschnitten wurden, griffen sie nicht militärisch ein. Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte ähnliche Informationen bereits Mitte Juli erhalten. Nach Ulbrichts Besuch bei Chruschtschow während des hochrangigen Treffens der Warschauer Vertragsstaaten in Moskau vom 3. bis 5. August stand im BND-Wochenbericht vom 9. August:

Vorliegende Meldungen zeigen, daß das Pankower Regime sich darum bemüht, die Einwilligung Moskaus für die Inkraftsetzung durchgreifend wirksamer Sperrmaßnahmen – wozu insbesondere eine Abriegelung der Berliner Sektorengrenze und die Unterbrechung des S- und U-Bahn-Verkehrs in Berlin gehören würde – zu erhalten ... Es bleibt abzuwarten, ob und wie weit Ulbricht
... in Moskau ... mit entsprechenden Forderungen durchzudringen vermochte.
In der veröffentlichten Erklärung der Teilnehmerstaaten des Treffens des Warschauer Vertrags wurde vorgeschlagen,
an der Westberliner Grenze der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers den Weg zu verlegen
und um das Gebiet Westberlins eine verlässliche Bewachung und wirksame
Kontrolle zu gewährleisten.
Am 11. August billigte die Volkskammer der DDR die Ergebnisse der Moskauer Beratung und bevollmächtigte den Ministerrat zu allen entsprechenden Maßnahmen. Der Ministerrat der DDR beschloss am 12. August
den Einsatz der bewaffneten Organe zur Besetzung der Grenze zu West-Berlin
und zur Errichtung von Grenzsperren.

Am Samstag, dem 12. August, ging beim BND aus Ost-Berlin folgende Information ein: „Am 11. August 1961 hat eine Konferenz der Parteisekretäre der parteigebundenen Verlage und anderer Parteifunktionäre beim ZK der SED stattgefunden. Hier wurde u. a. erklärt: Die Lage des ständig steigenden Flüchtlingsstroms mache es erforderlich, die Abriegelung des Ostsektors von Berlin und der SBZ in den nächsten Tagen – ein genauer Tag wurde nicht angegeben – durchzuführen und nicht, wie eigentlich geplant, erst in 14 Tagen. S-Bahn-Ostsektoreinfahrt Liesenstraße/Gartenstraße 1980 vergrößern S-Bahn-Ostsektoreinfahrt Liesenstraße/Gartenstraße 1980

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begannen die NVA, 5.000
Angehörige der Deutschen Grenzpolizei (Vorläufer der Grenztruppen), 5.000 Angehörige der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei und 4.500 Angehörige der Betriebskampfgruppen die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln. Sowjetische Truppen hielten sich in Gefechtsbereitschaft und waren an den
alliierten Grenzübergängen präsent. Alle Verkehrsverbindungen zwischen den
beiden Teilen Berlins wurden unterbrochen. Im September 1961 fuhren jedoch bereits wieder einige West-Berliner S- und U-Bahn-Linien auf Tunnelstrecken
unter Ost-Berliner Gebiet – ohne reguläre Stopps auf den nun so genannten Geisterbahnhöfen. Erich Honecker war als damaliger ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen für die gesamte Planung und Umsetzung des Mauerbaus
politisch im Namen der SED-Führung verantwortlich. Bis zum September 1961 desertierten allein von den eingesetzten Sicherungskräften 85 Mann nach West-Berlin, außerdem gab es 216 gelungene Fluchtversuche von 400 Menschen. Unvergessen sind bekannt gewordene Bilder von an Bettlaken aus den angrenzenden Häusern herabgelassenen Flüchtlingen und dem den Stacheldraht überspringenden jungen Grenzpolizisten Conrad Schumann in der Bernauer Straße.

Bundeskanzler Konrad Adenauer rief noch am gleichen Tag über Radio die Bevölkerung zur Ruhe und Besonnenheit auf und verwies auf nicht näher benannte Reaktionen, die gemeinsam mit den Alliierten folgen würden. Erst zwei Wochen nach dem Mauerbau besuchte er West-Berlin. Allein der regierende Bürgermeister Willy Brandt protestierte energisch, aber letztlich machtlos, gegen
die Einmauerung West-Berlins und die endgültige Teilung der Stadt. Die westdeutschen Bundesländer gründeten noch im gleichen Jahr die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter, um Menschenrechtsverletzungen auf dem Gebiet der DDR zu dokumentieren und so zumindest symbolisch dem Regime Einhalt zu gebieten. Am 16. August 1961 kam
es zu einer Protestdemonstration von Willy Brandt und 300.000 West-Berlinern vor dem Rathaus Schöneberg.
Alliierte Reaktionen:
Die Reaktionen der westlichen Alliierten nach dem Mauerbau waren recht schleppend: 20 Stunden dauerte es, bis Militärstreifen an der Grenze erschienen.
40 Stunden dauerte es, bis eine Rechtsverwahrung an den sowjetischen Kommandanten Berlins geschickt wurde. Gar 72 Stunden dauerte es, bis diplomatische Proteste der Alliierten – um der Form genüge zu tun – in Moskau eingingen. Es gab immer wieder Gerüchte, dass die Sowjets den westlichen
Alliierten vorher versichert hätten, deren Rechte an West-Berlin nicht anzutasten. Tatsächlich war angesichts der Erfahrung der Berlin-Blockade der Status von West-Berlin in den Augen der Westalliierten stets gefährdet – der Mauerbau war
nun eine gegenständliche Manifestierung des Status Quo, der im wahrsten Sinne
des Wortes zementiert wurde. Die Sowjetunion gab offensichtlich ihre noch 1958
im Chruschtschow-Ultimatum formulierte Forderung nach einer entmilitarisierten, "freien" Stadt West-Berlin auf.
Zu einer gefährlich aussehenden direkten Konfrontation zwischen amerikanischen und sowjetischen Truppen kam es am 27. Oktober 1961 am Checkpoint Charlie auf der Friedrichstraße, als sich jeweils zehn Kampfpanzer unmittelbar am Grenzstrich gegenüber aufbauten. Am nächsten Tag wurden jedoch beide Panzergruppen wieder zurückgezogen. Beide Seiten wollten den Kalten Krieg
wegen Berlin nicht zum Eskalieren bringen oder am Ende gar einen Atomkrieg riskieren.

West-Berliner durften bereits seit dem 1. Juni 1952 nicht mehr frei in die DDR einreisen. Nach langen Verhandlungen wurde 1963 das Passierscheinabkommen getroffen, das mehreren hunderttausend West-Berlinern zum Jahresende den
Besuch ihrer Verwandtschaft im Ostteil der Stadt ermöglichte.

Ab Anfang der 1970er Jahre wurde mit der durch Willy Brandt und Erich Honecker eingeleiteten Politik der Annäherung zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland die Grenze zwischen den beiden Staaten etwas durchlässiger. Die
DDR gewährte nun Reiseerleichterungen, insbesondere für „unproduktive“ Bevölkerungsgruppen wie Rentner, und erlaubte Bundesbürgern einfachere
Besuche aus grenznahen Regionen. Eine umfassendere Reisefreiheit machte
die DDR von der Anerkennung ihres Status als souveräner Staat abhängig und verlangte die Auslieferung von nicht rückkehrwilligen DDR-Reisenden. Diese Forderungen wollte man in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund des Grundgesetzes nicht erfüllen.

Die DDR-Propaganda bezeichnete die Mauer wie auch die gesamte Grenzsicherung zur Bundesrepublik als antifaschistischen Schutzwall, der die DDR vor Abwanderung, Unterwanderung, Spionage, Sabotage, Schmuggel, Ausverkauf
und Aggression aus dem Westen schützen sollte. In Wirklichkeit richteten sich die Abwehranlagen vorwiegend gegen die eigenen Bürger.
Die Berliner Mauer fiel in der Nacht vom Donnerstag, dem 9. November, zum 10. November 1989 nach mehr als 28 Jahren. Zur Öffnung der Mauer führten zum einen Massenkundgebungen in der Wendezeit und die Forderung nach Reisefreiheit in der damaligen DDR sowie die anhaltende Republikflucht großer Bevölkerungsteile der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über das Ausland,
teils über Botschaften in verschiedenen osteuropäischen Hauptstädten (unter anderem Prag und Warschau), teils über die in Ungarn am Neusiedler See bei Sopron mittlerweile offene Grenze zu Österreich.

Auslöser war eine Pressekonferenz mit SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski im Presseamt/ Internationalen Pressezentrum in Ost-Berlin Mohrenstrasse 38
(jetzt Teil des Bundesjustizministeriums), die über das Fernsehen live übertragen
und so von vielen gesehen wurde. Schabowski las gegen Ende der Pressekonferenz um 18:57 Uhr eher beiläufig von einem Zettel einen Ministerratsbeschluss über
eine neue Reiseregelung ab, die, wie sich später herausstellte, noch gar nicht verabschiedet worden war. Nach anderer Ansicht war der Entwurf vom Ministerrat
im Umlaufverfahren beschlossen, sollte aber erst am 10. November ab 4:00 Uh
r an die Presse freigegeben werden, damit alle zuständigen Organe entsprechend informiert werden konnten:

Mit anwesend auf dem Podium neben Schabowski die Mitglieder des ZK der SED: Helga Labs, Gerhard Beil, Manfred Banaschak. Schabowski liest von einem ihm zugesteckten Beschlussentwurf für den Ministerrat ab: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen – Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse – beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der VP –
der Volkspolizeikreisämter – in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen. Frage eines Journalisten (wohl Riccardo Ehrmann von der italienischen Agentur ANSA): „Wann trifft das in Kraft? Schabowski (blättert in seinen Papierstapeln): Das tritt nach meiner Kenntnis –
ist das sofort, unverzüglich.

Aufgrund der Meldungen von Rundfunk- und Fernsehsendern aus der Bundesrepublik und West-Berlin unter dem Titel Die Mauer ist offen! zogen mehrere Tausend Berliner zu den Grenzübergängen und verlangten die Öffnung.
Zu diesem Zeitpunkt waren weder die Grenztruppen noch die für die eigentliche Abfertigung zuständigen Passkontrolleinheiten (PKE) des Ministeriums für Staatssicherheit darüber informiert. Ohne konkrete Befehle oder Anweisungen
und unter dem Druck der Massen wurden kurz nach 23:00 Uhr zunächst der Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin, später weitere im Berliner Stadtgebiet sowie an der innerdeutschen Grenze geöffnet. Bereits am späten Abend verfolgten viele die Öffnung der Grenzübergänge im Fernsehen und machten sich teilweise dann noch auf den Weg. Der große Ansturm setzte am Vormittag des 10. November 1989 ein, da die Grenzöffnung um Mitternacht vielfach „verschlafen“ wurde.

Die DDR-Bürger wurden von der Bevölkerung West-Berlins begeistert empfangen. Die meisten Kneipen in der Nähe der Mauer gaben spontan Freibier aus und auf dem Kurfürstendamm gab es einen großen Volksauflauf mit hupendem Autokorso und wildfremden Menschen, die sich in den Armen lagen. In der Euphorie dieser Nacht wurde die Mauer auch von vielen West-Berlinern erklommen, und das bis dahin unerreichbare Brandenburger Tor war daraufhin faktisch für jedermann zugänglich. Als die Nachricht von der Öffnung der Berliner Mauer bekannt wurde, unterbrach der Bundestag in Bonn am Abend seine laufende Haushaltssitzung. Abgeordnete sangen spontan die Nationalhymne.

Der Fall der Mauer war ein herausragendes Ereignis der Weltgeschichte und
wurde unter anderem Weihnachten 1989 mit einem Konzert Leonard Bernsteins gefeiert.

Aufbau der Berliner Grenzanlagen:
Die 156,4 km (nach anderen Angaben 167 km) lange Berliner Mauer wurde
ergänzt durch ausgedehnte Befestigungen der Grenze zur Bundesrepublik und –
in geringerem Umfang – anderer Westgrenzen der Staaten des Warschauer Paktes, wodurch der so genannte Eiserne Vorhang materielle Gestalt annahm. Wie die restliche innerdeutsche Grenze wurde auch die Berliner Mauer über weite Strecken mit umfangreichen Systemen von Stacheldrahthindernissen, Gräben, Panzerhindernissen, Kontrollwegen und Postentürmen versehen. Allein etwa 1.000 Diensthunde waren in Hundelaufanlagen bis Anfang der 1980er Jahre eingesetzt. Dieses System wurde über Jahrzehnte ständig ausgebaut. Dazu gehörte, dass
nahe an der Mauer stehende Häuser, deren Bewohner zwangsweise umgesiedelt wurden, gesprengt wurden. Noch am 28. Januar 1985 wurde an der Bernauer
Straße sogar die Versöhnungskirche gesprengt. Das führte dazu, dass sich letztlich eine breite, nachts taghell beleuchtete Schneise durch die einst dicht bebaute
Stadt zog.

Für die ostdeutschen Grenzsoldaten galt der Schießbefehl, der von ihnen
verlangte, einen Fluchtversuch mit allen Mitteln, auch auf Kosten des Lebens des Flüchtlings, zu verhindern. Auch an der Berliner Mauer wurde dieser Schießbefehl häufig ausgeführt. Gemessen an der Grenzlänge zur Bundesrepublik starben in
Berlin überdurchschnittlich viele Flüchtlinge. Vor hohen Feiertagen oder Staatsbesuchen wurde dieser Schießbefehl auch zeitweilig ausgesetzt, um eine negative Westpresse zu vermeiden. Von West-Berlin wurde die Grenze von der West-Berliner Polizei und Alliierten Militärstreifen beobachtet und auffällige Aktivitäten wurden dokumentiert, auch um Schleusungen von Ost-Spionen über
die Grenze möglichst zu verhindern. Wie sich jedoch später herausstellte, gab es dennoch versteckte Mauerdurchgänge, die auch genutzt wurden.

In ihrem Endausbaustadium, an manchen Stellen erst in den späten 1980er
Jahren, bestanden die Grenzanlagen beginnend aus Richtung DDR aus:

* Hinterlandbetonmauer oder Streckmetallzaun etwa 2 bis 3 m hoch
* am Boden Signalanlagen, die bei Berührung Alarm auslösten
* Kontaktzaun aus Streckmetall übermannshoch, mit Stachel- und Signaldraht bespannt
* Bis zur Grenzöffnung im Jahre 1989 gab es außerdem streckenweise Hundelaufanlagen (scharfe Schäferhunde u.ä., an Führungsdraht eingehängt, frei laufend), Kraftfahrzeugsperrgräben und Panzersperren (Spanische Reiter aus kreuzweise verschweißten Eisenbahnschienen), die dann als Gegengeschäft für bundesdeutsche Milliardenkredite abgebaut wurden
* Postenstraße/Kolonnenweg (nachts beleuchtet), zur Grenzpostenablösung und
um Verstärkung heranholen zu können
* Postentürme (1989 insgesamt 302 Stück) mit Suchscheinwerfern, Sichtkontakt
der Posten tagsüber, nachts zogen zusätzliche Grenzsoldaten auf
* Kontrollstreifen (KS) Todesstreifen, immer frisch geeggt, zur Spurenfeststellung, der auch von den Grenzsoldaten nicht grundlos betreten werden durfte
* (teilweise extra) übermannshoher Streckmetallzaun, nur schräg durchsehbar
* eigentliche Grenze Betonfertigteilmauer bzw. -wand nach West-Berlin, 3,60 m hoch, (teilweise mit Betonrolle, die beim Überklettern keinen Halt bieten sollte)
* davor noch einige Meter Hoheitsgebiet der DDR

Die Gesamtbreite dieser Grenzanlagen war abhängig von der Häuserbebauung im Grenzgebiet und betrug von etwa 30 Meter bis etwa 500 Meter (am Potsdamer Platz). Minenfelder und Selbstschussanlagen wurden an der Berliner Mauer nicht aufgebaut (dies war aber in der DDR nicht allgemein bekannt!), jedoch an der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik.

Der Aufbau der Grenztruppen-intern als Handlungsstreifen bezeichneten Grenze
war natürlich den Bürgern in der DDR nicht genau bekannt, da es sich um ein Militärgeheimnis handelte. Die Grenzsoldaten waren zum Stillschweigen
verpflichtet, und da man nie genau wissen konnte, wer als Stasi-Spitzel nach
einer unbedachten Plauderei einen Bericht schrieb, hielt man sich tunlichst daran. Jeder, der sich irgendwie auffällig für die Grenzanlagen interessierte, lief
mindestens Gefahr, vorläufig festgenommen und zum nächsten Polizeirevier
oder Grenzkommando zur Identitätsfeststellung gebracht zu werden. Eine Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Planung eines Fluchtversuchs konnte
folgen. Im Übrigen war auch in Berlin der nähere Bereich an der Grenze
Sperrgebiet, das nur mit Genehmigung betreten werden konnte. Alle Einblicksmöglichkeiten für Unbefugte wurden mit Sichtblenden verbaut.

Gewässergrenzen:
Die äußere Stadtgrenze West-Berlins verlief an mehreren Stellen durch schiffbare Gewässer. Der Grenzverlauf war dort durch eine vom West-Berliner Senat
errichtete Kette aus runden weißen Bojen mit der (an der Stadtgrenze nicht ganz zutreffenden) Aufschrift „Sektorengrenze“ gekennzeichnet. West-Berliner Fahrgastschiffe und Sportboote mussten darauf achten, sich auf der West-Berliner Seite der Bojenkette zu halten. Auf der DDR-Seite der Grenze wurden diese Gewässer gelegentlich von Booten der Grenztruppen der DDR patrouilliert.
Die Grenzbefestigungen der DDR befanden sich jeweils auf dem DDR-seitigen
Ufer, was teilweise große Umwege erzwang und die Ufer mehrerer Havelseen „vermauerte“. Der größte Umweg befand sich am Jungfernsee, wo die Mauer bis zu 2 km vom eigentlichen Grenzverlauf entfernt stand. An mehreren Stellen verlief der Grenzstreifen durch ehemalige Wassergrundstücke und machte sie
so für die Bewohner unbrauchbar, so am Westufer des Groß-Glienicker Sees
und am Südufer des Griebnitzsees.

Bei den Gewässern an der innerstädtischen Grenze verlief diese überall direkt
am westlichen oder östlichen Ufer, so dass dort keine Markierung des
Grenzverlaufs im Wasser existierte. Allerdings wurde es schwierig bei
Nebenkanälen und -flüssen. Teilweise gerieten Schwimmer und Boote aus West-Berlin versehentlich oder aus Leichtsinn auf DDR-Gebiet und wurden beschossen. Dabei gab es insgesamt mehrere Tote. Die eigentliche Mauer
stand bei Gewässern jeweils am Ufer des DDR-Gebietes. Dennoch wurden
die Gewässer selbst ebenfalls überwacht, sofern sie zur DDR gehörten.
An einigen Stellen in der Spree gab es zusätzlich Unterwassersperren gegen Schwimmer. Aus dem Osten flüchtend, war es nicht klar zu erkennen, wann man West-Berlin erreicht hatte, und man lief Gefahr, noch erschossen zu werden, während man im Wasser schwamm, die eigentliche Mauer aber schon längst überwunden hatte.

Grenzübergänge:

Die Grenzübergangsstellen (GÜSt) zwischen West-Berlin, Ost-Berlin und dem
Gebiet der DDR waren auf DDR-Seite sehr stark ausgebaut. Es wurde mitunter
sehr scharf bei der Ein- und Ausreise von den DDR-Grenzorganen und dem
DDR-Zoll kontrolliert. Dennoch war die Abfertigung betont korrekt.

Auf West-Berliner Seite hatten die Polizei und der Zoll Posten. Dort gab es in der Regel keine Kontrollen im Personenverkehr. Nur an den Transitübergängen wurden die Reisenden statistisch erfasst (Befragung nach dem Ziel), gelegentlich bei entsprechendem Anlass zur Strafverfolgung auch kontrolliert (Ringfahndung). Der Güterverkehr unterlag im Auslandsverkehr der Zollabfertigung. Im Verkehr
mit der Bundesrepublik wurden nur statistische Erhebungen gemacht.

Am Checkpoint Bravo (Dreilinden) und Checkpoint Charlie (Friedrichstraße) hatten die Alliierten Besatzungsmächte Kontrollpunkte eingerichtet, die jedoch für den normalen Reise- und Besuchsverkehr ohne Bedeutung waren.

Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990 wurden alle Grenzübergänge aufgegeben. Einige Reste der Anlagen blieben als Mahnmal erhalten.

Maueropfer:
In den 28 Jahren ihres Bestehens starben an der Berliner Mauer mindestens 86 Flüchtende. Jedoch gibt es über die genaue Zahl der Mauertoten stark widersprüchliche und auch deutlich höhere Angaben, sie ist heute schwierig zu beziffern, weil die Todesfälle an der Grenze von der DDR systematisch verschleiert wurden (siehe auch Innerdeutsche Grenze). Die ersten tödlichen Schüsse fielen am 24. August 1961 auf den 24-jährigen Günter Litfin, der in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße von Transportpolizisten bei einem Fluchtversuch erschossen wurde, elf Tage nach der Schließung der Grenze. Peter Fechter verblutete
am 17. August 1962 im Todesstreifen. Im Jahre 1966 wurden zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren im Grenzstreifen durch insgesamt 40 Schüsse getötet. Der letzte tödliche Zwischenfall an der Grenze ereignete sich am
6. Februar 1989, dabei verblutete Chris Gueffroy.

Nach Schätzungen mussten sich rund 75.000 Menschen wegen so genannter Republikflucht vor DDR-Gerichten verantworten. Republikflucht wurde nach § 213 Strafgesetzbuch der DDR mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet. Wer bewaffnet war, Grenzanlagen beschädigte oder als Armeeangehöriger oder Geheimnisträger bei einem Fluchtversuch gefasst wurde, kam selten mit weniger als fünf Jahren Gefängnis davon.

Einige Grenzsoldaten starben ebenfalls bei gewalttätigen Vorfällen an der Mauer. Der bekannteste Fall ist die Ermordung des Soldaten Reinhold Huhn, der von einem Fluchthelfer erschossen wurde. Diese Vorfälle wurden von der DDR propagandistisch genutzt und als nachträgliche Begründung für den Mauerbau herangezogen.

Nach dem Mauerfall wurden durch Souvenirjäger immer wieder Mauerstücke aus der Mauer herausgebrochen. Dies entwickelte sich schnell zu einem Markt, die Mauerstücke wurden verkauft. Diese Souvenirjäger erhielten im Volksmund schnell die Bezeichnung Mauerspechte. Aber auch die DDR war bestrebt, die Mauer möglichst schnell und umfassend abzureißen. Am 13. Juni 1990 begann
in der Bernauer Straße der offizielle Abriss. Daran beteiligt waren insgesamt 300 DDR-Grenzsoldaten sowie 600 Pioniere der Bundeswehr. Diese waren mit 175 Lastwagen, 65 Kränen, 55 Baggern und 13 Bulldozern ausgerüstet. Der Abriss der innerstädtischen Mauer dauerte bis November 1990. Übrig blieben sechs Abschnitte, die als Mahnmal erhalten wurden. Der Rest der
Mauer verschwand bis November 1991.

Der einstige Grenzstreifen ist noch heute an vielen Stellen gut erkennbar, teilweise durch große Brachflächen wie an Teilen der Bernauer Straße und entlang der Alten Jakobstraße. Die breite Trasse zwischen den beiden früheren Mauerlinien wird im heutigen Sprachgebrauch Mauerstreifen genannt. In der ansonsten dicht bebauten Berliner Innenstadt wurde der Streifen meist schnell
einer Nachnutzung für städtische Zwecke zugeführt.

Heute gibt es nur noch wenige Reste der einstigen Maueranlagen. Der bekannteste Rest der Mauer steht an der Spree zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke. Er war nicht Teil der äußeren Mauer, sondern der so genannten Hinterland-Mauer, die das Grenzgebiet nach Ost-Berlin hin abschloss. Sie wurde
1990 von internationalen Künstlern zur East Side Gallery gestaltet und unter Denkmalschutz gestellt. Eine äußere Mauer gab es an dieser Stelle nicht; die Grenze verlief hier auf der gegenüberliegenden Seite der Spree verlief.
Ein weiteres Reststück der (wirklichen) Mauer steht an der Niederkirchnerstraße im Berliner Bezirk Mitte in der Nähe des Berliner Abgeordnetenhauses. Es wurde ebenfalls 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Hingegen sind die Grenzanlagen der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße nicht original, sondern wurden zu Anschauungszwecken wieder neu aufgebaut.

Der US-Geheimdienst CIA sicherte sich für seinen Neubau in Langley, Virginia, weitere künstlerisch verzierte Mauersegmente im Freigelände.

Von den ehemals 302 Grenzwachtürmen stehen heute noch fünf:

* am Schlesischen Busch in Treptow in der Nähe der Puschkinallee. Er steht in
einem zu einem Park umgewandelten Stück des Mauerstreifens und wird als
Museum der verbotenen Kunst genutzt.
* in der Kieler Straße in Mitte. Der Turm ist denkmalgeschützt und ist inzwischen
an drei Seiten von Neubauten umgeben.
* der einzige der deutlich schlankeren Beobachtungstürme in der Stresemannstraße in der Nähe des Potsdamer Platzes ebenfalls in Mitte. Er wurde allerdings wegen Bauarbeiten um einige Meter versetzt und steht nicht mehr am originalen Standort.
* etwas südlich von Nieder-Neuendorf, einem Ortsteil von Hennigsdorf. Hier
befindet sich heute eine Ständige Ausstellung zur Geschichte der Grenzanlagen zwischen den beiden deutschen Staaten.
* bei Hohen Neuendorf. Der Turm befindet sich in einem bereits wieder aufgeforsteten Gebiet des Grenzstreifens. Er wird samt dem umliegenden Gelände von der Deutschen Waldjugend genutzt.

In den 1990er Jahren gab es in der Berliner Politik eine Diskussion über
verschiedene Ideen zur Sichtbarmachung und Markierung des einstigen Mauerverlaufs. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel eine Doppelreihe in den Straßenbelag eingelassener quadratischer Pflastersteine, ein in den Bodenbelag eingelassenes Bronzeband und eine Markierung beider Mauern (der eigentlichen und der Hinterland-Mauer) durch verschiedenfarbige Streifen. Alle drei Varianten wurden am Abgeordnetenhaus zu Anschauungszwecken jeweils auf einem kurzen Stück ausgeführt.

Neben dem Verkauf und der Bebauung des Mauerstreifens um Berlin-Mitte gibt
es eine vielfältige Nachnutzung. Im Ortsteil Prenzlauer Berg wurde ein Teil des Verlaufs der ehemaligen Mauer zu einem Grünstreifen, dem Mauerpark, der nun als Parkanlage genutzt wird. Auf großen Teilen dieses Mauerstreifens führt heute
ein Radweg entlang, insbesondere auf den Teilen des heutigen Stadtrandes.
Das innerstädtische Stück am östlichen Teltowkanal wurde mit der Trasse der Bundesautobahn 113 vom Berliner Stadtring nach Schönefeld überbaut.

Stadtmitte

Zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten von Stadt und Region erhalten Sie weitere Informationen und Materialien, Broschüren, Stadtpläne, Wanderkarten usw. auch an der Rezeption.

Mauermuseum Checkpoint Charlie

Mauer Park Berlin -  Sehenswürdigkeiten besuchen vom Hotel Berlin Mitte

Muermuseum im Haus am Checkpoint Charlie

Das Mauermuseum am Checkpoint Charlie wurde 1963 direkt vor der Grenze vom Historiker Rainer Hildebrandt eröffnet und wird von der Arbeitsgemeinschaft 13. August betrieben. Es gehört zu den meistbesuchten Berliner Museen. Das Mauermuseum veranschaulicht das Grenzsicherungssystem an der Berliner Mauer und dokumentiert geglückte Fluchtversuche und ihre Fluchtmittel wie Heißluftballons, Fluchtautos, Sessellifte und ein Mini-U-Boot. Heutige Leiterin des Museums ist die Witwe des Gründers Alexandra Hildebrandt.

Bahnhof Friedrichstrasse

Bahnhof Friedrichstrasse nahe Hotel Berlin Mitte

Der Bahnhof Berlin Friedrichstraße ist ein Bahnhof der Stadtbahn an der Friedrichstraße in Berlin. Unter ihm befinden sich sich der U-Bahnhof Friedrichstraße und der unterirdische Bahnsteig des S-Bahnhofs.

Der Bahnhof dient sowohl als Station des Regionalverkehrs, als auch der Berliner
S- und U-Bahn. Durch seine zentrale Lage im Bezirk und Ortsteil Mitte nahe dem Boulevard Unter den Linden, dem Brandenburger Tor und dem Reichstag ist er ein beliebter Halte- und Ausgangspunkt für Touristen. Gleichzeitig ist er ein Knotenpunkt für den innerstädtischen Verkehr.

Die S-Bahn und die Regionalbahn halten oberirdisch an insgesamt drei Bahnsteigen, die von Süden nach Norden als A, B, C bezeichnet werden. Die Bahnsteige sind auf dem Stadtbahn-Viadukt gelegen und werden von einer Bahnhofshalle überspannt. Der U-Bahnhof der Linie 6 befindet sich quer dazu unter der Friedrichstraße. Der unterirdische S-Bahnsteig der Nord-Süd-S-Bahn liegt unter dem Reichstagufer. Außerdem wird der Bahnhof durch Bus und Straßenbahn der BVG bedient.

Checkpoint Charlie

Der Checkpoint Charlie war einer der bekanntesten Grenzübergänge im geteilten Berlin zwischen 1945 und 1990. Er verband den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor sowie die Berliner Bezirke Mitte (Ost) und Kreuzberg (West).

Der Kontrollpunkt befand sich auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte und durfte nur von alliierten Militär- und Botschaftsangehörigen, Ausländern und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland sowie von DDR-Funktionären benutzt werden.

Die Bezeichnung Charlie stammt aus dem ICAO Alphabet und steht für den dritten Buchstaben des Alphabets. Checkpoint Alpha war der Autobahnübergang bei Helmstedt, Checkpoint Bravo der Autobahnübergang bei Dreilinden.

Als Folge des Versuchs der SED-Führung, alliierte Rechte der Westmächte in Berlin einzuschränken standen sich im Oktober 1961 sowjetische und amerikanische Panzer mit scharfer Munition gegenüber.

Der Checkpoint war Schauplatz spektakulärer Fluchten aus dem damaligen Ost-Berlin. Besonders tragisch war der Tod des DDR-Flüchtlings Peter Fechter, der 1962 vor den Augen westlicher Beobachter verblutete.

Noch vor der Wiedervereinigung wurde der Kontrollpunkt am 22. Juni 1990
abgebaut und außer dem Mauermuseum erinnerte nichts an diesen ehemals wichtigen Grenzübergang.

Am 13. August 2000 wurde ein originalgetreuer Nachbau der ersten
Kontrollbaracke enthüllt. Nur die aufgestapelten Sandsäcke sind mit Beton
statt Sand gefüllt.

Heute zählt der Checkpoint Charlie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Berlin, neben dem erwähnten Kontrollpunkt kann man hier das
Mauermuseum, die letzte Kremlflagge und weitere Fragmente der Trennung Deutschlands besichtigen. Vom 31. Oktober 2004 bis zur Räumung am 5. Juli 2005 stand auf einem gepachteten Gelände das umstrittene Freiheitsmahnmal, eine aus originalen Mauersegmenten neu errichtete weiß gestrichene Mauer und 1067 Gedenkkreuze für die Opfer des DDR-Grenzregimes.

Fernsehturm am Alexanderplatz

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Nicht zu verwechseln ist der Berliner Fernsehturm mit dem Berliner Funkturm, im Westen von Berlin.
Im Jahr 1964 entschied der SED-Parteichef Walter Ulbricht, einen Fernsehturm am Alexanderplatz errichten zu lassen. Die Architektur geht auf eine Idee von Hermann Henselmann zurück, die Bauplanung erfolgte dann aber im VEB Industrieprojektierung (Ipro) Berlin. Wichtigste Architekten waren hier: Fritz Dieter, Günter Franke und Werner Ahrend. Die Fußumbauung stammt von Walter Herzog und Herbert Aust. Am 4. August 1965 war Baubeginn. Der Gesamtbauleiter und
Chef der Deutschen Bauakademie Gerhard Kosel wurde schon 1965 wieder abberufen, da die Baukosten mit 200 Mio. Mark der DDR sechsmal teurer wurden
als ursprünglich kalkuliert.
Obwohl die gesamte Planung und die meisten Bauteile aus der DDR stammten, wurden unter anderem die Seile und Lifte sowie die Klimaanlage von schwedischen Firmen montiert und Sicherheitsglas aus den Niederlanden importiert. Nach gut vier Jahren Bauzeit wurde der Fernsehturm am 3. Oktober 1969 in Betrieb genommen.
Er gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Berlin und zählt jährlich rund eine Million Besucher. Heute ist er im Besitz der Deutschen Telekom AG. Vorbild für die Konstruktion als Betonnadel war unter anderem der Stuttgarter Fernsehturm.

Auf den Berliner Müggelbergen hätte schon in den 1950er Jahren ein Fernsehturm entstehen sollen, doch musste der Bau des Turmes eingestellt werden, da er für die den Flughafen Berlin-Schönefeld an- und abfliegenden Flugzeuge eine enorme Gefahr bedeutet hätte (siehe Fernsehturm Berlin-Müggelberge). Ein anderer angedachter Standort war der Friedrichshain.

* Höhe an der Antennenspitze: 368,03 m (vor dem Antennenumbau 1997 betrug
die Höhe 365 m)
* Länge der Antenne: 118 m
* Durchmesser der Antennenspitze: 1,80 m
* Mittlere Höhe der Kugel: 212 m
* Aussichtsetage auf 203,78 m
* Telecafé auf 207,53 m (2 Umdrehungen pro Stunde)
* Durchmesser des Fußes: 32 m
* Durchmesser der Aussichtsetage: 24 m
* Durchmesser des Telecafés: 29 m
* Gewicht des Betonschaftes: 26.000 t
* Gewicht der Kugel: 4800 t
* Gewicht der Antennenspitze: 245 t
* Geschwindigkeit der Fahrstühle: 6 m/s
* Tiefe des Fundaments: 5 m

Am Fuß des Turms gibt es eine Anlage mit Ausstellungshallen, Cafés und
Restaurant, einem sehr charakteristischen Dach und einer großen Treppenanlage,
in deren Hauptachse der Neptunbrunnen von Reinhold Begas aufgestellt wurde.

Die zwei Ringe am Betonschaft unterhalb der Kugel sind Rettungsplattformen
für den Notfall. Dorthin können sich alle Besucher begeben, falls ein Brand in der Kugel auftritt. Dort kann man bis zur Löschung ausharren oder über eine Treppe weiter hinabsteigen.

Das Ende der Spitze des Fernsehturmes ist mit einem Gewicht versehen, welches
die dünnere (herausragende) Spitze bei starken Schwankungen (Wind)
automatisch wieder einpendelt

East Side Gallery

Hotel Berlin Mitte nahe Eastside Gallery - Berliner Mauer- Hotels in Berlin

Die East Side Gallery in Berlin ist ein nach Öffnung der Mauer 1989- im Frühjahr 1990 - von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemaltes Stück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße zwischen dem Berliner Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree. Die Künstler kommentierten in 106 Gemälden auf der ehemaligen Ostseite der Mauer mit den unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln die politischen Veränderungen der Jahre 1989/90.

Die East Side Gallery ist der größte und bekannteste erhaltene Rest der Grenzanlagen der Berliner Mauer, stellte aber nicht die eigentliche Grenze dar, die an dieser Stelle die Spree bildete, sondern die so genannte Hinterlandmauer, die das Grenzgebiet nach Ost-Berlin hin begrenzte. Sie wurde am 28. September 1990 eröffnet und stellt mit einer Länge von 1316 m die längste dauerhafte Open-Air-Galerie der Welt dar. 1991 wurde der als East Side Gallery benannte Mauerstreifen unter Denkmalschutz gestellt.

Im Laufe der Jahre sind viele Bilder der East Side Gallery stark verwittert. 1997 gründete sich der Verein „Künstlerinitiative East Side Gallery e.V.“, der sich - unter dem Vorsitz von Kani Alavi - seither um den Erhalt und die Sanierung bemüht. Eine wichtige Etappe ihrer Bemühungen war die Sanierung im Jahr 2000, bei der durch die Hilfe des Verbandes der Lackindustrie die Restaurierung von 40 der stark angegriffenen Bilder durchgeführt wurde. Die Betonflächen wurden geglättet und die noch vorhandenen Kunstwerke mit einem Speziallack versehen, der eine leichte Entfernung von Graffiti möglich macht. Noch ist ein Großteil der Gemälde dringend sanierungsbedürftig, da vor allem Witterungseinflüsse und Graffiti die East Side Gallery schädigen. Die brüchige Substanz sowie die Planungen zur Verwertung und Erschließung des Geländes zwischen Flussufer und Mauer stellen eine weitere Bedrohung des Bestandes dar. Mit dem Bau der neuen Mehrzweck-Veranstaltungshalle Berlin-Arena der US-amerikanischen Anschutz-Gruppe auf dem ehemaligen Ostgüterbahnhof nördlich der Mühlenstraße ist geplant, die East Side Gallery auf einem 45 m breiten Stück für einen platzartigen Durchgang zur Spree zu unterbrechen.

Schloss Charlottenburg

Berlin Sehenswürdigkeiten

Das Schloss wird zunächst unter dem Namen Lietzenburg zwischen 1695 und 1699 von dem Architekten Johann Arnold Nering im Auftrag von Sophie Charlotte, der Gattin des Kurfürsten Friedrich III., im Stil des italienischen Barocks errichtet. Nach der Krönung Friedrichs zum König Friedrich I. von Preußen und Sophie Charlottes zur Königin 1701 wird das ursprünglich als Sommerhaus konzipierte Schloss vom Architekten Eosander von Göthe zu einer prachtvollen Anlage erweitert. Nach dem Tod seiner Gemahlin 1705 nannte der König das Schloss und die angrenzende Siedlung ihr zu Ehren Charlottenburg. Von 1709 bis 1712 wurde ein weiterer Ausbau durchgeführt, bei dem die markante Schlosskuppel und die Orangerie entstanden.
Im Schloss Charlottenburg befand sich das Bernsteinzimmer, eine komplette Wandvertäfelung aus Bernstein, die auch als "das achte Weltwunder" bezeichnet wurde. Es wurde von 1701 bis 1709 in Danzig und Königsberg von den Bernsteinmeistern Gottfried Wolffram, Ernst Schacht und Gottfried Turau angefertigt. Entworfen wurde es von dem Architekten und Bildhauer Andreas Schlüter.

Nach dem Tode Friedrichs I. 1713 führte das Schloss Charlottenburg unter dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm I. ein Schattendasein. Er machte dem russischen Zaren Peter dem Großen das Bernsteinzimmer im Jahr 1716 zum Geschenk. Doch sofort nach seinem Tod 1740 ließ der neue König Friedrich II. das Schloss Charlottenburg von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erweitern, wobei östlich an das Schloss anschließend der Neue Flügel entstand. Danach erlosch Friedrichs Interesse an Charlottenburg jedoch zugunsten des 1747 fertiggestellten Schlosses Sanssouci bei Potsdam.

In der heutigen Form fertiggestellt wurde das Schloss unter Friedrich Wilhelm II. mit dem den westlichen Abschluss bildenden Schlosstheater und der kleinen Orangerie von Carl Gotthard Langhans.

Der Schlosspark wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Simeon Godeau als französischer Barockgarten angelegt und Ende des 18. Jahrhunderts teilweise in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt. Im Schlosspark befinden sich das 1788 von Langhans erbaute Teehaus Belvedere, der 1824/25 als neapolitanische Villa errichtete Neue Pavillon und das 1810 für Königin Luise erbaute Mausoleum.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss stark zerstört. Nach 1945 wurde es wieder aufgebaut und dient jetzt als Museum (auch mit sehenswerten Gemälden). Im ehemaligen Schlosstheater befindet sich das Museum für Vor- und Frühgeschichte, in der kleinen Orangerie ein Restaurant.

Der Schlosspark als großzügig angelegter Landschaftspark dient bisher als Naherholungsgebiet der dicht besiedelten Charlottenburger Altstadt. Es gibt jedoch Pläne, den Eintritt kostenpflichtig zu machen.

Seit 2004 wird Schloss Charlottenburg vorübergehend vom Bundespräsidenten genutzt, solange sein Amtssitz das Schloss Bellevue renoviert wird.

In der Zukunft soll in einem Seitenflügel das Hohenzollernmuseum untergebracht werden, das sich im zerstörten Schloss Monbijou befand.

Dortheenstädtischer Friedhof

Der Dorotheenstädtisch-Friedrichswerdersche Friedhof (kurz: Dorotheenstädischer Friedhof) ist ein Friedhof in der Dorotheenstadt von Berlin-Mitte. Er ist von herausragender kunsthistorischer und kultureller Bedeutung.

Unmittelbar neben dem Dorotheenstädtischen Friedhof liegt der Französische Friedhof, der 1780 für die Berliner Hugenotten angelegt wurde.

Geschichte:
Der Dorotheenstädtische Friedhof wurde 1763 eben außerhalb der Berliner
Zollmauer angelegt und in den folgenden Jahrzehnten bis 1826 mehrfach
vergrößert. Der Zugang liegt in der Chausseestraße 126 (U-Bahnhof Zinnowitzer Straße).

Der Friedhof ist letzte Ruhestätte einer Vielzahl von Künstlern, Schriftstellern, Musikern und anderen historischen Persönlichkeiten, die hier begraben wurden,
und die Grabskulpturen geben einen guten Überblick über das Schaffen der
Berliner Bildhauer des 19. Jahrhunderts.

* Klaus Bonhoeffer, Jurist, Widerstandskämpfer gegen die Nazis
* Thomas Brasch, Schriftsteller
* Bertolt Brecht, Schriftsteller und Dramatiker
* Arnolt Bronnen, Schriftsteller und Dramatiker
* Paul Dessau, Komponist
* Hans von Dohnanyi, Jurist, Widerstandskämpfer gegen die Nazis
* Hanns Eisler, Komponist
* Günter Gaus, Journalist
* Johann Gottlieb Fichte, Philosoph
* John Heartfield, Graphiker
* Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Philosoph
* Wieland Herzfelde, Schriftsteller
* Dietrich Körner, Schauspieler
* Ernst Litfaß, Erfinder der Litfaßsäule
* Heinrich Mann, Schriftsteller
* Herbert Marcuse, Philosoph
* Hans Mayer, Literaturwissenschaftler
* Friedrich Christian Adolf von Motz, preußischer Politiker
* Bernhard Minetti, Schauspieler
* Heiner Müller, Dramatiker
* Karl Friedrich Schinkel, Architekt
* Ekkehard Schall, Schauspieler
* Anna Seghers, Schriftstellerin
* Helene Weigel, Schauspielerin
* Arnold Zweig, Dichter

Museumsinsel

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Die Berliner Museumsinsel ist die nördliche Spitze der Spreeinsel im Zentrum Berlins. Sie ist historisch die Keimzelle der Berliner Museumslandschaft und mit ihren Museen heute ein vielbesuchter touristischer Anlaufpunkt. Seit 1999 gehört die Museumsinsel als weltweit einzigartiges bauliches und kulturelles Ensemble dem Weltkulturerbe der UNESCO an.
Der nördliche Teil der Spreeinsel war im Mittelalter eine sumpfige Flussaue. Während auf dem südlichen, etwas höher gelegenen Teil der Insel im 13. Jahrhundert die Stadt Cölln entstand, wurde der nördliche Teil erst viel später als zum Berliner Schloss gehörender Garten genutzt. Im 17. Jahrhundert wurde der linke Spreearm kanalisiert. Es entstand der heutige Kupfergraben, der den nördlichen Teil der Insel entwässerte. Zwischen Spree und Kupfergraben entstand der Cöllnische Werder, auf dem nach Mitte des 17. Jahrhunderts eine Lustgartenanlage entstanden war. 1748 wurde einer der letzten Reste des Lustgartens, der Pomeranzenhof (eine Orangerie für Südfrüchte, Palmen und exotische Pflanzen) zum alten Packhof umgewandelt und diente seitdem der Bewältigung des gestiegenen Handels über die Wasserwege. Weitere Packhöfe, ein Mehlhaus und ein Salzmagazin folgten.

1797 griff König Friedrich Wilhelm II. den Vorschlag des Archäologen und Kunstprofessors Alois Hirt auf, ein Museum für die Ausstellung antiker und neuzeitlicher Kunstschätze zu errichten. 1810 wurde in einer Kabinettsorder von König Friedrich Wilhelm III. bestimmt „eine öffentliche, gut gewählte Kunstsammlung“ anzulegen. Mit dieser Order bediente er auch die immer lauter werdenden Rufe des Bildungsbürgertums nach öffentlich zugänglichen Kunstsammlungen.

Karl Friedrich Schinkel legte 1822 die Pläne für den Neubau vor, die eine umfassende Neuordnung der nördlichen Spreeinsel zur Folge hatten. Schinkels Bebauungsplan sah neben dem Museumsbau die Anlage mehrerer Brücken und die Begradigung des Kupfergrabens vor. Wilhelm von Humboldt übernahm die Leitung der Kommission zur Errichtung des Museums.

Als erster Bau auf der Museumsinsel entstand 1830 das Alte Museum, das zugleich auch Preußens erstes öffentliches Museum wurde. Im Jahre 1859 wurde das königlich-preußische Museum (heute Neues Museum) eröffnet. 1876 folgte die Nationalgalerie, (heute Alte Nationalgalerie), 1904 das Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bodemuseum, 1960 umbenannt nach dem deutschen Kunsthistoriker Wilhelm von Bode ) an der Spitze der Insel und 1930 das Pergamonmuseum.

Gegen Ende der 1870er Jahre setzte sich der Name Museumsinsel für das Areal allgemein durch und demonstrierte damit auch den preußischen Anspruch, Museen zu errichten, die mit den Vorbildern in Paris und London vergleichbar waren. 1880 wurde auf einer Konferenz der Museumsdirektoren beschlossen, zukünftig auf der Museumsinsel nur die hohe Kunst zu beherbergen, die sich zu dieser Zeit ausschließlich auf Kunst aus Europa und dem nahen Osten beschränkte.

Die Museen wurden im Zweiten Weltkrieg zu über 70 % zerstört und nur teilweise wieder aufgebaut. Am schwersten beschädigt wurde das Neue Museum. Die als Schandfleck bezeichnete Ruine des Neuen Museums sollte nach Wünschen der DDR-Regierung abgerissen werden, was mangels geeignetem Ausweichquartier für die Zwischennutzung nicht geschah. Erst 1987 entschied man sich dazu, die aufwändigen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen zu beginnen. Die anderen Museen wurden schon in den 1950er Jahren sukzessive wieder instandgesetzt.

Mit der Wiedervereinigung 1989 begannen erste Überlegungen zur Sanierung der Museumsinsel, 1999 beschloss der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Masterplan Museumsinsel. Dieser sieht die Sanierung des Gebäudebestandes vor, die bauliche Zusammenfassung zu einem Museumsensemble und die Neuordnung der vor 1989 geteilten Sammlungen.

Die nördliche Spitze der Museumsinsel wird von der Monbijoubrücke gequert, die die Insel mit beiden Ufern der Spree verbindet. Die beiden Brücken sind für den öffentlichen Fahrzeugverkehr gesperrt und bilden den Eingang zum Bodemuseum, einem dreieckigen Neobarock-Bau, der mit seiner großen Kuppel den Norden der Museumsinsel beherrscht.

Südlich des Bodemuseums queren die Gleise der Berliner Stadtbahn die Insel und trennen gleichzeitig das Bodemuseum vom sich südlich anschließenden Pergamonmuseum. Dieser neueste Bau der Museumsinsel ist gleichzeitig das Berliner Museum mit den meisten Besucherzahlen und auch international berühmt für mehrere antike Monumentalbauten wie den namengebenden Pergamonaltar. Den Eingangsbereich bildet ein von den drei Flügeln des Baus begrenzter Platz, der über eine Fußgängerbrücke von der Straße Am Kupfergraben aus erreichbar ist.

Südlich des Pergamonmuseums schließen sich im Westen das Neue Museum, das nach dem Zweiten Weltkrieg lange Ruine blieb und sich zurzeit im Wiederaufbau befindet, und im Osten die Alte Nationalgalerie in der Form eines erhöhten antiken Tempels mit vorgelagerter Freitreppe an. Über dem Eingang steht ein beherrschendes Reiterstandbild Friedrich Wilhelms IV., von dem die ersten Skizzen für diesen Bau stammten. Vor dem Eingang der Nationalgalerie liegt ein mit Skulpturen aus dem Museumsbestand bestandenes Freigelände, das im Süden und im Osten zur Spree hin durch dorische Säulengänge begrenzt wird. Dieses Freigelände wird im Sommer als Veranstaltungsort für Freiluftkino und Open-Air-Konzerte genutzt.

Südlich von Neuem Museum und Nationalgalerie quert die Bodestraße die Insel, die über eine Brücke über den westlichen Spreearm befahrbar ist; die anschließende Friedrichsbrücke über den östlichen Spreearm ist für den motorisierten Verkehr gesperrt. Südlich dieser Straße liegen im westlichen Teil der Insel das Alte Museum und der Lustgarten und im östlichen Teil der Berliner Dom, zwischen denen die kleine Straße Am Lustgarten die Bodestraße mit der wichtigen Verkehrsachse Unter den Linden/Karl-Liebknecht-Straße verbindet. Diese große Straße bildet eine deutliche südliche Begrenzung der relativ verkehrsberuhigten Museumsinsel.

Nördlich des Berliner Doms findet gegenüber der Alten Nationalgalerie im Sommer allabendlich ein besonderes Schauspiel für Ornithologen statt, wenn Zehntausende Stare zu ihren Schlafpätzen in den Bäumen des dort befindlichen Kastanienhains fliegen.
Die Museen

Die fünf Museen der Museumsinsel gehören alle zum Museumsverbund der Staatlichen Museen zu Berlin, die ihrerseits Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sind. Die Museumsinsel gehört neben dem Kulturforum in Tiergarten, der Gegend um das Schloss Charlottenburg und dem Museumszentrum in Dahlem zu den Museumszentren von Berlin.

Die Gebäude der Museumsinsel beherbergen vorwiegend die archäologischen Sammlungen und die Kunst des 19. Jahrhunderts. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands begann man mit der Zusammenführung der teilweise in Ost und West getrennten Sammlungen. Im Rahmen des Masterplans Museumsinsel ist eine Neuordnung und gemeinsame Präsentation der Sammlungen aller Museen geplant. Ein neues Eingangsgebäude wird nach der geplanten Eröffnung 2008 als zentraler Eingang für die gesamte Museumsinsel dienen. Es wird zugleich ein Informationszentrum sein und Cafe, Museumsshop, Restaurants sowie Verantstaltungsräume für Sonderausstellungen beherbergen.

Das Alte Museum zeigt im Hauptgeschoss einen Teil der Antikensammlung mit Skulpturen, Waffen, Goldschmuck und Silberschätzen der griechischen Kunst- und Kulturgeschichte von der Kykladenkultur bis zur römischen Epoche. Das Ägyptische Museum wird aus seinen bisherigen Räumen in Charlottenburg im August 2005 zunächst in das Obergeschoss des Alten Museums umziehen, bevor es 2009 im dann fertigen Neuen Museum seinen Platz finden wird.

Das Neue Museum wird zur Zeit im Rahmen des Masterplans Museumsinsel wiederaufgebaut. Nach der geplanten Wiedereröffnung im Jahre 2009 wird es das Ägyptische Museum und Papyrussammlung mit der berühmten Büste der ägyptischen Königin Nofretete und andere Kunstwerke aus der Zeit des Königs Echnaton aufnehmen. Zudem wird ein Teil des Museums für Vor- und Frühgeschichte mit Funden aus der Steinzeit und späteren Epochen zu sehen sein.

In den drei Flügeln des Pergamonmuseums sind Architekturaufbauten sowie griechische und römische Skulpturen der Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum mit 6000 Jahren Geschichte, Kunst und Kultur Vorderasiens und das Museum für Islamische Kunst mit Kunst der islamischen Völker vom 8. bis ins 19. Jahrhundert untergebracht. Das Pergamonmuseum ist weltweit bekannt geworden durch die imposanten Rekonstruktionen archäologischer Bauensembles wie den Pergamonaltar, das Markttor von Milet, das Ischtar-Tor samt Prozessionsstraße aus Babylon und die Mschatta-Fassade. Im noch zu bauenden vierten Flügel werden die Monumente des Ägyptischen Museums, wie das Kalabscha-Tor und die Säulenhalle des Königs Sahure, sowie die Tell-Halaf-Fassade des Vorderasiatischen Museums, die nach Kriegszerstörungen zur Zeit in einem Außendepot der Staatlichen Museen wieder zusammengesetzt wird, zu sehen sein.

Die Sammlung der Alten Nationalgalerie zeigt Skulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts, von Caspar David Friedrich über die französischen Impressionisten bis zu Fresken der in Rom tätigen Nazarener.

Das bis 2006 geschlossene Bodemuseum wird das Museum für Byzantinische Kunst mit byzantinischen Kunstwerken vom 3. bis zum 19. Jahrhundert, die Skulpturensammlung mit italienischen und deutschen Skulpturen und Plastiken vom frühen Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert, das Münzkabinett mit Münzserien vom Beginn der Münzprägung im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien bis zu den Münzen und Medaillen des 20. Jahrhunderts sowie ausgewählte Bestände der Sammlung alter Meister der Gemäldegalerie zeigen. Das Münzkabinett ist nach Voranmeldung auch während der Restaurierungsarbeiten zu besichtigen.

Im Jahre 2003 besuchte etwa jeder sechste Besucher eines Berliner Museums eines der zurzeit drei geöffneten Häuser der Museumsinsel. Davon besuchten die einzelnen Museumsgebäude:

* Pergamonmuseum: 726.910
* Alte Nationalgalerie: 413.511
* Altes Museum: 380.950

Das Pergamonmuseum ist damit das meistbesuchte Berliner Museum.

Der Masterplan Museumsinsel ist das Ergebnis eines 1993 ausgelobten Architekturwettbewerbs, den nach heftigen Kontroversen in der Jury der Italiener Giorgio Grassi gewann. Der von den Museumsdirektoren favorisierte plastische Entwurf des US-Amerikaners Frank Gehry konnte sich nicht durchsetzen. Nach vielen Überarbeitungen zog sich Grassi 1996 aus der Planung zurück, und der Londoner Architekt David Chipperfield erhielt den Auftrag zur Restaurierung des Neuen Museums und zur Errichtung des neuen Empfangsgebäudes am Kupfergraben.

Der Masterplan Museumsinsel sieht vor, alle Gebäude zu sanieren und die Gebäudetechnik an die Anforderungen moderner Museen anzupassen. Zugleich sollen die einzelnen Museen auch baulich zu einem gemeinsamen Museumskomplex zusammengefasst werden. Vorbild hierfür ist der Pariser Louvre, die vatikanischen Museen in Rom und das British Museum in London. Auf dem Gebiet des Alten Packhofes, direkt südwestlich des Neuen Museums, soll hierzu ein gemeinsames Empfangs- und Eingangsgebäude entstehen. Dieses soll als zentraler Ausgangspunkt eines unterirdischen Rundganges dienen, der Archäologischen Promenade, die alle Museen der Museumsinsel außer der Alten Nationalgalerie verknüpfen wird. Sie soll Besuchern die Zugänge zu den einzelnen Mussen erleichtern sowie zugleich zusätzlichen Raum für übergreifende Ausstellungen bieten. Alle Gebäude auf der Museumsinsel bleiben aber weiterhin als Einzelgebäude mit eigenem Eingang erhalten.

Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, schlug 1999 vor, einen Neubau als Ergänzung für die Sammlungen des Bodemuseums auf dem Gelände der Engels-Kaserne am Kupfergraben zu errichten, um die enzyklopädische Bandbreite der Berliner Gemälde- und Skulpturensammlungen angemessen zu zeigen. Dieses Projekt wurde von ihm als Masterplan II bezeichnet. Aus Platzgründen kann das Bodemuseum nicht alleine das Konzept der geplanten integrierten Aufstellung von Malerei der Gemäldegalerie, Skulpturen und den Nachbarkünsten von der Spätantike bis zur Aufklärung in umfassender Form zeigen. Nach Schuster soll das Bodemuseum alles von der Spätantike bis zu einem großen Renaissance-Ensemble umfassen, und die nachfolgende Epoche wird im Neubau ihren Raum finden. Im Falle eines Neubaus am Kupfergraben wird das 1998 eingeweihte Gebäude am Kulturforum, das heute die Sammlung der Gemäldegalerie beherbergt, dann vermutlich der von großer Platznot bedrängten Nationalgalerie dienen, um die bisher noch in ihren Depots gelagerten Gemälde, wie etwa die DDR-Kunst, zu zeigen.

2001 wurde vom Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Klaus-Dieter Lehmann die Idee Masterplan III beigefügt, die seit dem Zweiten Weltkrieg nach Dahlem verlegten Museen für Völkerkunde, Ostasiatische und Indische Kunst sowie für Europäische Kulturen wieder ins Stadtzentrum zurückzubringen, wo sie bis in die 1920er Jahre residierten. Im Rahmen des Neubaus des Berliner Stadtschlosses auf dem der Museumsinsel benachbarten Schlossplatz gibt es jetzt Pläne, hier mit dem Humboldt-Forum und einer "Agora" als Veranstaltungsraum für repräsentative Gelegenheiten ein kuturelles Zentrum zu schaffen. Dieses soll den Plänen zufolge neben den Sammlungen außereuropäischer Kulturen, die Berliner Zentralbibliothek und einen Teil der wissenschaftshistorischen Sammlungen der Humboldt-Universität aufnehmen.

Nach Vorstellung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird durch die Durchführung der drei Masterpläne die Museumsinsel zum weltweit größten Universalmuseum für Weltkunst und Weltkulturen. Die Finanzierung der neuen Gemäldegalerie und des Wiederaufbaus des Stadtschlosses ist aber noch offen, da ein haushaltswirksamer Beschluss des Bundestages fehlt. Die Kosten für den Wiederaufbau des Stadtschlosses werden auf mindestens 770 Millionen Euro geschätzt. Neben dem Einsatz von Steuergeldern sind für die Finanzierung sowohl eine Mischfinanzierung aus Spenden und der Ausgabe von Schlossaktien als auch eine (Teil-)Finanzierung durch private Investoren im Gespräch.

Die Sanierung der Alten Nationalgalerie ist mittlerweile abgeschlossen, sie wurde am 2. Dezember 2001 wiedereröffnet. Das Bodemuseum wird bis Ende 2005 vollständig restauriert und voraussichtlich 2006 eröffnet. Das neue Eingangsgebäude wird voraussisichtlich 2008 eröffnet. Das Neue Museum, dessen Fundamente und Mauern inzwischen aufwendig gesichert wurden, wird bis 2008 fertig umgebaut und 2009 eröffnet. Das Alte Museum wird im laufenden Betrieb bis 2010 komplett saniert. Das Pergamonmuseum wird ab 2008 für eine unbestimmte Zeit abschnittsweise saniert und durch einen vierten Flügel in Form eines gläsernen Querriegels am Kupfergraben ergänzt.

Die Kosten für die vorgesehenen Maßnahmen (ohne Wiederaufbau des Stadtschlosses) wurden ursprünglich auf etwa eine Milliarde Euro geschätzt, heute geht man von Kosten in Höhe von insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro aus: für das Bodemuseum etwa 150 Millionen Euro, das Neue Museum etwa 295 Millionen Euro, das Alte Museum etwa 74 Millionen Euro und das Pergamonmuseum etwa 523 Millionen Euro. Die Kosten für die Realisierung des Masterplans trägt der Bund.

Ägyptisches Museum

Das Ägyptische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin ging aus der 1828 auf Empfehlung Alexander von Humboldts gegründeten ägyptischen Abteilung der Kunstsammlungen König Friedrich Wilhelm III. hervor. Die Expedition unter Karl Richard Lepsius 1842–1845 brachte viele Sammelstücke nach Berlin. 1850 erhielt das Museum ein eigenes neues Gebäude auf der Museumsinsel, das heute im Wiederaufbau befindliche Neue Museum. Berühmtestes Exponat ist die Büste der ägyptischen Königin Nofretete.

Das Ägyptische Museum befand sich seit den 1960er Jahren im Berliner Stadtteil Charlottenburg in einem Gebäude gegenüber dem Schloss Charlottenburg. Im August 2005 zog es auf die Museumsinsel zurück, zunächst ins Alte Museum, bevor es 2009 wieder seinen ursprünglichen Platz im dann wieder aufgebauten Neuen Museum finden wird.

Staatliche Museen zu Berlin

Staatliche Museen zu Berlin
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Die Staatlichen Museen zu Berlin sind eine über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz von Bund und allen Bundesländern gemeinsam getragener Museumsverbund in Berlin.

Die Staatlichen Museen zu Berlin umfassen 17 Museen an fünf Standorten und zwei Forschungseinrichtungen:
Standorte in Berlin-Tiergarten

* Im Kulturforum
o Gemäldegalerie
o Kunstgewerbemuseum
o Kupferstichkabinett (Sammlung der Zeichnungen und Druckgraphik)
o Kunstbibliothek
o Neue Nationalgalerie
* Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart

Standorte in Berlin-Mitte

* Auf der Museumsinsel
o Pergamonmuseum (Vorderasiatisches Museum, Museum für Islamische Kunst und Antikensammlung)
o Bodemuseum (Skulpturensammlung, Museum für byzantinische Kunst und Münzkabinett)
o Alte Nationalgalerie
o Altes Museum (Antikensammlung)
o Neues Museum
* Friedrichswerdersche Kirche



Standorte in Berlin-Charlottenburg

* Museum für Vor- und Frühgeschichte
* Museum Berggruen (bis Februar 2004 Sammlung Berggruen)
* Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
* Museum für Fotografie (Helmut Newton Stiftung)



Standorte in Berlin-Dahlem

* Ethnologisches Museum
* Museum für Indische Kunst
* Museum für Ostasiatische Kunst
* Museum Europäischer Kulturen



Standorte in Berlin-Köpenick

* Kunstgewerbemuseum Schloss Köpenick



Forschungseinrichtungen

* Institut für Museumskunde
* Rathgen-Forschungslabor

Berliner Dom

Der evangelische Berliner Dom (eigentlich: Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) steht auf der Berliner Spreeinsel (deren nördlicher Teil als Museumsinsel bekannt ist). Ursprünglich als Hof- und Denkmalskirche der Hohenzollern, in unmittelbarer Nähe des im Zweiten Weltkrieg zerstörten und später abgetragenen Stadtschlosses erbaut, ist er heute benachbart zum Palast der Republik. Das Hauptportal betritt man vom Lustgarten aus.

Unter der Kirche steht die Hohenzollerngruft. Der heutige Berliner Dom und seine Vorgängerbauten sind seit 1536 Grablege der Hohenzollern, einem deutschen Fürstengeschlecht aus dem schwäbischen Raum, dessen Vertreter zunächst Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg, später Herzöge von Preußen, dann preußische Könige und schließlich Deutsche Kaiser waren. In Prunksarkophagen haben unter anderen

* Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst
* Kurfürstin Dorothea
* Friedrich I. erster König in Preußen
* Königin Sophie Charlotte

ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Der preußische König und Deutsche Kaiser Wilhelm II. veranlasste den Abriss des Schinkel-Doms und beauftragte den Architekten Julius Raschdorff, einen Professor der Technischen Hochschule Charlottenburg, mit dem Bau eines neuen Doms an gleicher Stelle im Stile der italienischen Hochrenaissance.

Der Grundstein dieses Baus wurde im Jahre 1894 gelegt, eingeweiht wurde er etwa elf Jahre später am 27. Februar 1905. Der Hauptaltar ist von Friedrich August Stüler, 1850. Karl Begas d. Ä. hat das Altarbild der Tauf- und Traukirche gestaltet.

Die Hauptkirche konnte, nach schwerer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg 1944, erst seit 1993 wieder genutzt werden. Die Restaurierung, die 1974 begann, wurde am 29. Juni 2002 abgeschlossen. Heute finden im Berliner Dom wieder Gottesdienste und Konzerte statt.





Unter den Linden

Hotel_Berlin_Mitte_hotels berlin

Unter den Linden in Berlin ist einer der bekanntesten großstädtischen Boulevards Europas. Er führt vom Pariser Platz an der Ostseite des Brandenburger Tors, wo sich auch der gleichnamige S-Bahnhof, der Neubau der Akademie der Künste und das bekannte Hotel Adlon befinden, über 1,5 km in östlicher Richtung bis zur Schlossbrücke, die die Verbindung zur Museumsinsel und dem östlichen Zentrum mit dem unübersehbaren Fernsehturm herstellt. Er ist eine zentrale Verkehrsachse im Zentrum Berlins und verbindet zahlreiche wichtige Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten miteinander. Als legendäre hauptstädtische Prachtstraße hat er eine bewegte Geschichte.

Geschichte und Bauwerke
Der Architekt und Maler Georg Wenzeslaus Baron von Knobelsdorff baute die Oper und plante das Fridericianum mit Akademie und Palast des Königs. Nach der Farbe seiner Hose (helles Ocker) waren auf Befehl Friedrichs II. alle Berliner Häusersockel zu streichen.
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Der Architekt und Maler Georg Wenzeslaus Baron von Knobelsdorff baute die Oper und plante das Fridericianum mit Akademie und Palast des Königs. Nach der Farbe seiner Hose (helles Ocker) waren auf Befehl Friedrichs II. alle Berliner Häusersockel zu streichen.

Im 16. Jahrhundert war der Vorläufer der heutigen Repräsentations- und Flaniermeile nichts weiter als ein Reitweg, der das Berliner Stadtschloss mit dem 1527 eingerichteten Berliner Tiergarten verband. 1573 auf Geheiß vom Kurfürsten Johann Georg angelegt, ließ der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg den Weg 1647 befestigen und mit Nussbäumen und Linden säumen. Friedrich der Große errichtete 1740 am östlichen Ende der Straße, dem heutigen Bebelplatz, das von Knobelsdorff geplante Forum Fridericianum mit dem Opernhaus, der Alten Bibliothek, der Sankt-Hedwigs-Kathedrale und dem Palais des Prinzen Heinrich. Das Prinz-Heinrich-Palais wurde später das erste Gebäude der 1810 gegründeten Humboldt-Universität.

Der westliche Teil der Straße wurde Zug um Zug ab 1674 bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts ausgebaut. Im 19. Jahrhundert, nach dem Sieg über Napoleon, ließ Friedrich Wilhelm III. den östlichen Teil der Straße durch seinen Baumeister Karl Friedrich Schinkel zu einer Triumphstraße ausbauen. Am Übergang vom östlichen zum westlichen Teil der Straße, wo sie von einer offenen Prachtstraße zu einer genau so breiten, aber zurückhaltenderen Allee wandelt, wurde das Reiterstandbild Friedrichs des Großen errichtet. Diese Arbeit des Bildhauers Christian Daniel Rauch ist eines der wichtigsten Werke repräsentativer Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts und Vorbild für zahlreiche andere Werke dieser Zeit.
Amalie, Prinzessin von Preußen, Schwester Friedrichs II., Äbtissin von Quedlinburg, wohnte im Haus Nr. 5 (alte Zählung). Dort steht heute die Russische Botschaft
vergrößern Amalie, Prinzessin von Preußen, Schwester Friedrichs II., Äbtissin von Quedlinburg, wohnte im Haus Nr. 5 (alte Zählung). Dort steht heute die Russische Botschaft

Der westliche Teil hingegen wurde im 19. Jahrhundert zunächst zu einer repräsentativen, gutbürgerlichen Wohnlage, die sich in den Jahren nach 1871 dann recht schnell zu einer belebten großstädtischen Geschäftslage mit Geschäften, Restaurants und Agenturgebäuden wandelte.

Ab Oktober 1901 befand sich Ecke Friedrichstraße in einem Saal des Viktoria-Hotels, in den ein Parkett mit vierhundert Sitzen und eine Bühne eingebaut worden waren, der feste Spielort des legendären Kabaretts "Schall und Rauch" Max Reinhardts, der in der darauffolgenden Spielzeit zum Kleinen Theater wurde, welches heute als Ausgangspunkt der großen Theaterkarríere Max Reinhardts gilt.

Im Jahre 1937 wurde die Hausnummernzählung verändert. Während zuvor die Zählung am Palais Redern, heute Hotel Adlon am Pariser Platz begann und auf der südlichen Seite Nummer für Nummer in Richtung Forum Fridericianum voranschritt, um auf der Nordseite der Linden zurückzuführen, wurde nun die Kommandantur zur Hausnummer 1, das Forum erstmals miteinbezogen und die Nummern springend in Richtung Brandenburger Tor vergeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße fast völlig zerstört. Eines der wenigen noch erhaltenen Gebäude ist der Römische Hof, der im Krieg nur teilweise zerstört wurde. Zu Beginn der 1950er Jahre begann dann der Wiederaufbau. 1949–1951 entstand das Gebäude der sowjetischen Botschaft, ein wichtiges Beispiel stalinistischer Prachtarchitektur und ein Symbol der politischen Verbundenheit der damals neu gegründeten DDR mit der Sowjetunion. Heute befindet sich dort die Botschaft der russischen Föderation.

Ab Ende der 1950er Jahre wurden auch die historischen Gebäude nach und nach wieder aufgebaut, mit Ausnahme des Stadtschlosses, das unter dem Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht als Symbol des verhassten preußischen Militarismus gesprengt wurde. Es wurde erst 1973–1976 durch den an etwas anderer Stelle errichteten Palast der Republik ersetzt. Nach 1989 wurde der Palast wegen Asbestverseuchung geschlossen und verfällt seitdem (von temporärer Zwischennutzung abgesehen). Die Frage, ob er renoviert werden soll, oder ob an seiner Stelle wieder das alte Stadtschloss oder aber etwas gänzlich anderes errichtet werden soll, war in den letzten Jahren Gegenstand einer lebhaften Kontroverse im kulturellen Leben Berlins, doch mittlerweile ist beschlossen worden, ihn abzureißen.
Als deutscher Beitrag zum Jahr der Physik 2005 gilt unter anderem die Einstein-Meile, zu der Ministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn Unter den Linden am 12. April 2005 ernannt hat. Von April bis September 2005 stehen im Rahmen des Einstein-Jahres auf dem mittleren Fußgängerstreifen sechzehn knallrote rund 2,50 Meter hohe „E"s mit Informationen zu Leben und Werk des Physikers.

Alte Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin zeigt die wichtigsten Werke des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Hierzu gehören Werke des Klassizismus und der Romantik (Caspar David Friedrich, Karl Friedrich Schinkel, Karl Blechen), des Biedermeier, des französischen Expressionismus (Édouard Manet, Claude Monet) und der beginnenden Neuzeit (Adolph von Menzel, Max Liebermann, Lovis Corinth). Zu den wichtigsten Werken gehören u.a. Friedrichs "Mönch am Meer", Menzels "Eisenwalzwerk" und die so genannte "Prinzessinnengruppe", ein Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen, des Bildhauers Johann Gottfried Schadow.

Das 1865 von Friedrich August Stüler nach einer Skizze König Friedrich Wilhelms IV. geplante und von 1869 bis 1876 von Heinrich Strack realisierte Gebäude in Form eines römischen Tempels mit angehängter Apsis wurde im Inneren mehrfach verändert und während des Zweiten Weltkrieges durch Bomben und Granattreffer schwer beschädigt. Bereits 1949 konnte das Gebäude in Teilen wiedereröffnet werden, der vollständige Wiederaufbau zog sich jedoch bis 1969 hin. Das Museum wurde von 1998 - 2001 von Grund auf restauriert und hat in diesem Zuge im obersten Geschoß zwei zusätzliche Säle erhalten, die jetzt die Werke der Romantik beheimaten.

Bode Museum

Hotels in Berlin nahe Museum Berlin - Hotel Berlin Mitte - Bodemuseum

Das Bodemuseum gehört zum Ensemble der Museumsinsel in Berlin-Mitte und steht unter Denkmalschutz.

Der Gedanke, ein Kunstmuseum zu bauen, entstand um 1871 am kaiserlichen Hof in Berlin, im Umfeld des langjährigen Kronprinzen, des späteren "100-Tage-Kaisers" Friedrich III. Konkrete Vorschläge dazu kamen von Wilhelm von Bode (1914 geadelt). Der Hofarchitekt Ernst von Ihne errichtete den Museumsbau zwischen 1897 und 1904 für die von Bode aufgebaute Skulptur- und Gemäldesammlung.

Das Bauwerk im Stil des Neobarock steht auf der nordwestlichen Spitze der Museumsinsel, auf einem unregelmäßig dreieckigen Grundstück von 6000 qm;. Der Architekt hat es jedoch verstanden, den Eindruck eines völlig symmetrischen und gleichschenkligen Gebäudes zu vermitteln, ausgerichtet auf den halbrunden, von einer Kuppel überwölbten Eingangstrakt, zu dem Brücken über die beiden Spreearme führen. Der Bau ist mit Sandstein verkleidet, ein mit Fenstern versehener Quadersockel und zwei weitere, durch korinthische Halbsäulen gegliederte Etagen steigen direkt aus der Spree empor.

Durch die Anlage mehrerer Quergebäude entstanden fünf Innenhöfe. Unter der Kuppel liegt das ovale, reich gegliederte Treppenhaus, in dessen Zentrum eine Nachbildung des Reiterstandbilds des Großen Kurfürsten von Andreas Schlüter steht. Hauptraum des Museums ist die sogenannte Basilika. Sie reicht über zwei Stockwerke und sollte mit den darin ausgestellten Kunstwerken den Eindruck eines echten Kirchenraums der Renaissance erwecken. Mit diesem und anderen Räumen wollte Bode den Besuchern die Stimmungen vergangener Epochen nahe bringen. Er verfolgte damit ein museumspädagogisches Konzept, das auch Ludwig Hoffmann dem Neubau des Märkischen Museums zugrunde gelegt hatte - nicht weit entfernt spreeaufwärts, nahezu zur gleichen Zeit und mit noch größerer Konsequenz, nämlich auch im äußeren Erscheinungsbild seines Bauwerks.

Zur Erinnerung an Kaiser Friedrich III., der 1888 gestorben war, wurde das Haus Kaiser-Friedrich-Museum genannt. Seit 1956 trägt es den Namen seines Initiators und ersten Direktors. Hier war das Ägyptische Museum mit seiner Papyrussammlung untergebracht, das Museum für Ur- und Frühgeschichte, eine Gemäldegalerie, eine Skulpturensammlung und das Münzkabinett. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden, die zwischen 1948 und 1954 behoben werden konnten. Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 und der Neuordnung der Berliner Museen enthält das Bodemuseum die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das Münzkabinett. Die Sammlungen werden neu eingerichtet und sind daher für längere Zeit nicht zugänglich. Im Laufe des Jahres 2006 sollen sie wieder eröffnet werden.

Pergamonmuseum

Das Pergamonmuseum ist Teil des Museumsensembles auf der Berliner Museumsinsel.
Es wurde zwischen 1910 und 1930 nach Plänen von Alfred Messel und Ludwig Hoffmann für den von Carl Humann entdeckten Pergamonaltar erbaut.
Heute beherbergt es die Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst.
Das Pergamonmuseum gehört mit jährlich etwa 730.000 Gästen zu den meistbesuchten Berliner Museen. Den heutigen Namen Pergamonmuseum bekam der Museumsbau erst 1958; bis dahin hieß er im Allgemeinen nur Museumsneubau.

Gendarmenmarkt

Hotel_Berlin_Mitte Berlin

Der Gendarmenmarkt in Mitte gilt als schönster Platz Berlins. Zentrales Gebäude ist das Konzerthaus, das an der Nordseite vom Französischen Dom, auf der Gegenseite vom Deutschen Dom flankiert wird.

Der Platz entstand ab 1688 nach Plänen von Johann Arnold Nering als Teil der Friedrichstadt, die Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich I. von Preußen Ende des 17. Jahrhunderts anlegen ließ. In diesem historischen Viertel siedelten sich vornehmlich französische Einwanderer (Hugenotten) an, denen der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit dem Edikt von Potsdam im Jahre 1685 den Schutz ihrer religiösen Freiheit und volles Bürgerrecht zugesichert hatte.

König Friedrich I. wies sowohl der lutherischen als auch der französisch-reformierten Gemeinde je einen Platz zum Kirchenbau zu. Beide Kirchenbauten entstanden nach 1701, besaßen damals allerdings noch keine Türme.

Die eigentliche Gestalt erhielt der Platz unter Friedrich II. mit den beiden identischen Kuppeltürmen neben den Kirchen. Sie wurden in den Jahren 1780-1785 nach Plänen von Carl von Gontard errichtet. Als Vorbild hatte Friedrich der Große die Piazza del Popolo in Rom gewählt.

Ursprünglich als Markt angelegt, hieß der Platz zuerst Linden-Markt, später Friedrichstädtischer oder Neuer Markt. Seinen heutigen Namen erhielt er, als der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. 1735 Stallungen für das Kürassierregiment der „Gens d'armes“ errichten ließ.

Sein Sohn Friedrich der Große ließ die Stallungen im Jahre 1773 abreißen, und der Platz erhielt nach den Plänen von Georg Christian Unger eine einheitliche Umbauung mit dreistöckigen Häusern. Zwischen den beiden Kirchen wurde ein kleines französisches Komödientheater gebaut. Es wurde in den Jahren 1800 bis 1802 durch ein neues Nationaltheater mit 2000 Sitzplätzen ersetzt. Dieses vom Architekten Carl Gotthard Langhans geschaffene Theater brannte im Jahre 1817 ab. Karl Friedrich Schinkel lieferte die Pläne für das an seiner Stelle im Jahre 1821 fertiggestellte königliche Schauspielhaus (Konzerthaus Berlin), das bis heute den Mittelpunkt dieses einmaligen Ensembles bildet.

Das Schiller-Denkmal vor dem Schauspielhaus ist eine Auftragsarbeit an Reinhold Begas. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 10. November 1859 anlässlich des 100. Geburtstages des Nationaldichters Friedrich Schiller, zwölf Jahre später die Einweihung.

Der Gendarmenmarkt war auch Ort des wechselhaften politischen Geschehens in Berlin: Die Revolution von 1848/49 kündigte sich schon 1847 auf dem Gendarmenmarkt durch die sogenannte "Kartoffelrevolution" an, ein Aufruhr gegen gestiegene Lebensmittelpreise. Die in den Barrikadenkämpfen während der Märzrevolution von 1848 Gefallenen wurden auf den Stufen des Deutschen Domes feierlich aufgebahrt. Ab September 1848 tagte die preußische Nationalversammlung mehrere Wochen im Großen Saal des Schauspielhauses. Am 2. Oktober 1990, dem Vorabend der Wiedervereinigung, fand hier der letzte Staatsakt der DDR-Regierung unter Lothar de Maizière mit der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie durch Kurt Masur statt.

Der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Platz wurde anlässlich der 250-Jahr-Feier der Akademie der Wissenschaften der DDR in Platz der Akademie umgetauft. 1991 erhielt er seinen ursprünglichen Namen zurück.

Humboldt Universität

Berlin Sehenswürdigkeiten

Die Humboldt-Universität zu Berlin (kurz: HU Berlin) ist die älteste der vier Berliner Universitäten. Sie wurde am 16. August 1809 auf Initiative des liberalen preußischen Bildungsreformers und Sprachwissenschaftlers Wilhelm von Humboldt gegründet und nahm 1810 den Betrieb auf. Von 1828 bis 1946 führte sie den Namen Friedrich-Wilhelms-Universität, zu Ehren ihres Gründers, den preußischen König Friedrich Wilhelm III., erst 1949 entschied man sich auf Druck der SED-Führung für den bis heute gültigen Namen.

Viele der bedeutendsten Denker Deutschlands lehrten an ihr, unter anderem die Philosophen und Vertreter des deutschen Idealismus Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, der Theologe Friedrich Schleiermacher, der Philosoph Georg W. F. Hegel, der Rechtstheoretiker Friedrich Carl von Savigny, der Philosoph Arthur Schopenhauer und die Physiker Albert Einstein und Max Planck. Die Begründer der Marxistischen Theorie Karl Marx und Friedrich Engels besuchten die Universität ebenso wie der Dichter Heinrich Heine, der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck und der deutsch geborene französische Politiker Robert Schuman, der als französischer Außenminister den Weg zur Schaffung der Montanunion bereitete und später Präsident des Europäischen Parlaments war. Die Universität brachte 29 Nobelpreisträger hervor.

Das Hauptgebäude befindet sich direkt im Zentrum Berlins Unter den Linden in dem von Johann Boumann erbauten ehemaligen Palais des Prinzen Heinrich. Der Großteil der Institute befinden sich im Zentrum um das Hauptgebäude. Die Naturwissenschaften befinden sich auf dem Campus Adlershof im Süden Berlins.

Im Wintersemester 2003/04 waren 38.272 Studenten an der HU eingeschrieben, darunter 5.086 ausländische Studenten aus 135 Staaten. Der Semesterbeitrag für Studenten innerhalb der Regelstudienzeit beträgt für das Wintersemester 2005/06 232,68 €, der ein Semesterticket für den Bereich „Berlin ABC“ enthält. Inzwischen unterliegen alle Studiengänge einer Zulassungsbeschränkung. Zum Wintersemester wurden von ca. 20.000 Bewerbern rund 3.000 zum Studium zugelassen.

Zur Humboldt-Universität gehört auch das Museum für Naturkunde, das für die größte Meteoritensammlung Deutschlands und das weltweit größte Saurierskelett bekannt ist.

Scheunenviertel

Berlin Sehenswürdigkeiten

Das Scheunenviertel ist ein Teil des Berliner Bezirks Mitte rund um den heutigen Rosa Luxemburg-Platz (früher Bülow-Platz). Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts stark jüdisch geprägtes Wohngebiet nahe dem Zentrum der Reichshauptstadt. Das Scheunenviertel ist ein Teil der historischen Spandauer Vorstadt, dem um 1700 entstandenen Gebiet außerhalb der Stadtmauer in Richtung Spandau. Die Spandauer Vorstadt erstreckte sich hinter dem Scheunenviertel weiter bis zur Friedrichstraße.

Heute wird das Scheunenviertel häufig mit der Spandauer Vorstadt gleichgesetzt.

Dies hat einen historischen Hintergrund: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich das Scheunenviertel zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt. Das Viertel war geprägt durch Armut, Prostitution, Kleinkriminalität und hatte bei der Berliner Bevölkerung einen entsprechenden Ruf. Im westlich angrenzenden Teil der Spandauer Vorstadt hatte sich dagegen ein gut-bürgerliches Milieu etabliert, das zu einem guten Teil jüdisch geprägt war. Hier hatte auch die Berliner Jüdische Gemeinde mit der Neuen Synagoge (Oranienburger Straße) ein bedeutendes Zentrum. Die nationalsozialistische Propaganda versuchte das jüdische Bürgertum zu diskreditieren, indem sie die jüdisch geprägten Teile Mittes begrifflich dem Scheunenviertel zuschlugen um so eine Gleichsetzung zu erzielen. Heute hat die Bezeichnung Scheunenviertel diese negative Konnotation längst abgelegt. Das Scheunenviertel gilt als touristischer Schwerpunkt und Kneipenviertel.

Berliner Staatsoper

Die Staatsoper Unter den Linden (auch: Lindenoper) ist das älteste Opernhaus sowie das älteste Theatergebäude überhaupt in Berlin.

Das Opernhaus wurde 1918 (andere Quellen: 1919) in Staatsoper Unter den Linden umbenannt und aus der Königlichen Kapelle entstand die Kapelle der Staatsoper. Bis April 1928 wurde das Bühnenhaus umgebaut; neu hinzugefügt wurde eine Drehbühne sowie Unter- und Seitenbühnen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Staatsoper zweimal durch Bombeneinschlag vollständig zerstört, zuerst in der Nacht vom 9. zum 10. April 1941 und erneut am 3. Februar 1945. Es folgten Neuaufbauten 1941-1942 durch E. Meffert sowie 1952-1955 durch Richard Paulick nach dem Knobelsdorffschen Original, die beide mit einer Aufführung von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg zelebriert wurden (zuletzt am 4. September 1955).

1945, nach Kriegsende, nannte sich die Lindenoper erneut um in Deutsche Staatsoper Berlin; das erste Opernkonzert fand am 16. Juni 1945 mangels eines bespielbaren Hauses im Großen Sendesaal des Funkhauses in der Masurenallee statt. Zwischen 1945 und 1955 wurde der Admiralspalast (das heutige Metropol-Theater) als Spielstätte genutzt.

In den 50er Jahren wurde am Giebelportikus die Inschrift Fridericus Rex Apollini et Musis entfernt und zur Wiedereröffnung 1955 mit Deutsche Staatsoper ersetzt.

Das Haus verfügt derzeit über 1.396 Sitzplätze im Hauptsaal (Parkett und drei Ränge) und fasst im Apollosaal 240 Zuschauer. Das Opernhaus wurde zuletzt 1983 bis 1986 umfassend restauriert.

1990/1992, beim Übergang der Staatsoper aus der Verantwortung des Ministerrates für Kultur der DDR in die des Berliner Kultursenators war der Personalkörper der Oper 1.275 Mitglieder stark; zum Ende des Geschäftsjahres 2001 waren an der Staatsoper nur noch 787 Mitarbeiter beschäftigt.

Der am 6. Dezember 1992 gegründete Verein der Freunde und Förderer der Deutschen Staatsoper Berlin e.V. unterstützt die Arbeit der Staatsoper finanziell und ideell. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehören Hans-Dietrich Genscher, Friede Springer, Teddy Kollek und Henry Kissinger.

Mitte der 1990er Jahre wurde das Haus erneut umbenannt in Staatsoper Unter den Linden.
Derzeit steht die Existenz der drei Berliner Opernhäuser (Staatsoper, Deutsche Oper und Komische Oper) und deren künstlerische Unabhängigkeit zur Diskussion. Im Rahmen von Sparmaßnahmen versucht der Berliner Senat, die Ensemble, die Haustechnik und die Werkstätten aus den Beschäftigungsverhältnissen des öffentlichen Dienstes auszugliedern und in außertarifliche Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln.



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